Heute früh noch in Schweden

Dienstag, 24.06.2014
Jetzt wieder in Deutschland!
Die Schlacht an kalten Buffett haben wir nicht geschlagen, eher am Verkaufs Tresen von Ullared. Gekas soll das größte Warenhaus Europas sein. Ob es diesem Superlativ gerecht wird, mag ich bezweifeln. Aber als wir den Konsum Tempel verlassen, staunen wir nicht schlecht über die Massen an Menschen die da pünktlich gegen zehn Uhr anrücken. Vorher ist ein Schwede eigentlich nicht auf der Strasse zu sehen. Und auch auf den Strassen nimmt der Verkehr beträchtlich zu. Wohnwagen und Autos. Ohne Ende.

Wir wollen aber weiter.
Heute noch wollen wir die große Öresundbrücke überqueren. Ein Stückchen der Heimat näher.

Doch so nah der Heimat wir auch sein mögen, der Weg ist noch weit. Erst einmal von der letzten Etappe,  die 420km lang war, auf Fehmarn erholen.

Gute Nacht Freunde! Ich hoffe der Lärm der Blätter des doofen Windrads lässt mich trotzdem schlafen.

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Der Tag wird lang

Freitag, 20.06.2014

Packen wir es an...trinken wir eins! Oder zwei, oder drei.

Dass heute ein ganz besonderer Tag für die Schweden sein muss,
merkt man schon am Verkehr. Als wir von der Küste weg in Richtung
Göteborg (sprich Jöteborrch) fahren, kommt uns ein Tross an Autos auf der
Autobahn entgegen. So viel Verkehr haben wir in den letzten ZWei Wochen
in ganz Schweden nicht gesehen.

Schon am Abend zuvor kommen derart viele Autos zum Parkplatz am Hafen,
beladen ihre Boote und schippern irgendwo hinaus in die Schäreninselwelt.

Göteborg und der Rest vom Inland muss quasi leer sein. Auto an Wohnmobil
an Wohnwagen reiht sich in den Stau ein.
Als wir dann in der großen Stadt einlaufen, wirken die Straßen dort wirklich wie leer
gefegt.

Stellplatzfrage dürfte demnach geklärt sein.
Wir fahren heraus aus dem Großstadthafen, hinauf auf den Berg am Stadtrand.
Idyllisch in einem Sportpark gelegen. Eine Art Trimm dich Pfad. Joggingrouten,
Hütten mit Gewichten und Körben für Cross-Frisbee. Wer jetzt nicht an der Küste ist,
treibt Sport.

Oder, wie uns die Nachbarn im Wohnmobil nebenan erklären, ist unten im Stadtpark.
Da wird blumengeschmückt getanzt und gesungen. Der typische Baum steht auch.

Danach wird getrunken. Und das nicht wenig. Denn der Standard Schwede auf unserem
Stellplatz hat die Batterie Bier schon aufgebaut. Am längsten Tag im Jahr gibt es
viel Zeit für Alkohol. Und davon wird ordentlich Gebrauch gemacht. Was wir in Deutschland für
heimelige Idylle halten, ist in Wirklichkeit 1. Mai und Vatertag in Einem.

Sven fühlt mit zwei Flaschen Wasseralfinger Pils unterm Arm den Schweden auf den Zahn.
"Skol!" ruft er und ist mittendrin. Sprachbarrieren? Was ist das.

Göteborg Ein echtes Schweden Dreirad Auf ein Bier

Unser kleiner Troll ist ebenfalls im Glück. Seelig schlummernd träumt sie von ihrem
neuen Dreirad. Einem echten Lotta-Dreirad! Hat Papa ihr im Einkaufsladen in Göteborg
gekauft.

Und meine Vermutung lag richtig. Lottitroll vermisst Kinder. Hier sind ein paar
Jungs im Mobil nebenan und sie ruft fröhlich "Kinder!" und will ihnen überall
hin folgen. Sie will nicht nur mit uns alten Leuten spielen. Sie braucht
definitiv Kinder. Keiner Wunder, ihre wachsende Unlust jeden Abend.

Und noch etwas:

Jetzt habe ich doch noch meinen Midsommar bekommen. Durch Zufall entdecken wir nach Lottis Mittagschlaf hinter dem Wäldchen beim Stellplatz eine Kleingartenanlage. Am Rabarbargatan steht der Midsommar Baum,
so wie ich ihn mir vorstelle. Kleine Gartenhäuser, umwachsen von Rosenbüschen. Weiße und rote Gartenzäune, dahinter Pfingstrosensträuche. Überall fröhliche Menschen. Sie spielen im Freien Fußball, da stehen Opa und Oma mit ihren Enkelkindern am Sandkasten oder sitzen Freunde und Verwandte in gemütlicher Runde um den Tisch unter dem Apfel-Baum und essen und trinken.

Alle hübsch gekleidet. Helle Farben, die besten Kleider. Ausgelassene, heitere Stimmung. Bei Alt und Jung.

Jetzt können wir beruhigt nach Hause fahren. Das wollte ich sehen.

Einladung zu Midsommar Im Hintergrund der Baum Auf dem Spielplatz Im Rabarbergarten

Ferien auf Saltkrokan

Donnerstag, 19.06.2014

Wobei unsere Insel Orust heißt und an der Westküste liegt. Gerade einmal 70km entfernt von unserem letzten Stellplatz bei Reino und seiner Frau.

Welch ein Unterschied diese Landschaft zur Letzten bietet.

Wir sind jetzt mitten drin in der Schärenlandschaft von Westschweden: In Bohuslän.

Hällevikstrand Blick auf die Schären Ganz schön windig Abendstimmung am Hafen

In Sachen Stellplätze für Husbilar hat sich in Schweden in den letzten paar Jahren
einiges getan. Laut unseren Reiseführern (die wir allesamt zuhause in die Tonne treten
werden) gibt es kaum offizielle Stellplätze und wird es den Campern "angeblich" durch
Campingverbote schwer gemacht. In Wirklichkeit gibt es fast überall einen Platz. Und
wenn er noch so klein ist. Am häufigsten jedoch sind die an Häfen zu finden.

Immer mehr Schweden steigen von Wohnwagen auf Reisemobile um (und was für Schiffe).
Der moderne Schwede fährt ein vollintergriertes Nobelmodell. Zwischen 8 und 9 Metern und
4 bis 5 Tonnen. Und dem Genüge zu leisten, hat mittlerweile flächendeckend ein Stellplatzbau stattgefunden. Wir finden die schönsten Anlagen, die besten Sanitäranlagen, 1A Aussichten.

Als wir ankommen sind wir die einzigsten auf dem Platz in Hällevikstrand.

Wir setzen unseren Troll in die Rückentrage und erkunden die Felsen. Doch
ein nahendes Unwetter lässt uns zum Schnuddelmobil frühzeitig zurück kehren.

Nach und nach rollen die Dickschiffe an. Alles Schweden. Der Hafenmeister kommt gegen
halb Neun, begrüßt uns freundlich und wünscht uns einen angenehmen Aufenthalt.
In der Hoffnung, dass wir bis Mittsommer wieder verschwunden sind. Denn dann könnte es hier trotz der 17 Stellplätze eng werden.
Ich bin gespannt, ob wir morgen und übermorgen einen Platz finden werden.
Ansonsten fahren wir eben früher nach Hause.

Lille Troll ist nämlich in den letzten Tagen zunehmend unentspannter. Ob es
an der Reise liegt, oder weil ihre Freunde fehlen, wissen wir nicht.
Zumindest hatte sie heute schon ihre Tasche gepackt und wollte heute nach Hause.
Zu Hanni, Mia und Pia.

An alle dort zuhause....Lotti vermisst euch ganz doll!

p.S

Gestern keinen Elch zu sehen bekommen, leider. Nur den Fußabdruck.

Also war er da...nur wann? Vorsicht Elch!

 

 

 

"Auf mein Wohnmobil kommt kein Elch!"

Mittwoch, 18.06.2014

Mitten drin ...ein Touristbüro ...und wir!

Diese Diskussion können wir 135km lang führen. So weit ist der Weg von Sjötorp

(wo es soooo schön war) nach Vännersborg. Meine Elche, die ich beim netten Buchhändler
am Göta-Kanal kaufe, finden keinen Zuspruch bei Sven. Ich kann mit noch so guten
Argumenten kommen, er lehnt kategorisch ab.

Vielleicht verschieben wir dieses Thema auf das nächste Bier und auf den nächsten
Elch den wir hoffentlich bald zu sehen bekommen.
Die Chancen stehen nicht so schlecht für heute.

Als wir nach Vännerborg zum Stellplatz kommen, werden unsere Gesichter lang und
länger. Betonsilo zur linken, Boote zur rechten Seite. Hier bleiben wir nicht und
fahren zum nächsten Platz. Zum Glück hatte ich rechtzeitig im Stellplatzführer gelesen,
dass es hier an einem Waldrand einen geben soll.

Der Weg führt entlang der Bahnschienen, tiefer hinein ins Nirgendwo.
Plötzlich taucht ein Schild auf. "Ställplats" für Wohnmobile. Hier?
Drei Höfe, mitten im Wald - ein großer Wiesenplatz und ein kleines rotes Häuschen
mit schwedischer Flagge. Wie sich heraus stellt, ist das ein kleines Touristbüro.

Die Freude ist groß. So stellen wir uns Schweden vor. Jetzt fehlt nur noch der Elch!

Wir packen die 50Kronen in den Umschlag und werfen diesen in den Briefkasten der dort
hängt. Verewigen uns im Gästebuch und schlagen unser Lager auf.

Als die nette Dame vorbei kommt, der der Platz gehört und man ins Gespräch kommt meint sie,
dass abends, wenn die Sonne (nicht) untergeht manchmal die Elche durchs Unterholz schleichen.
Manchmal auch in der Frühe. Wer weiß, wer weiß!? Vielleicht haben wir Glück!

Und wer weiß, vielleicht können wir das Thema Elch auf Wohnmobil noch mal auf den Tisch
bringen.

Die Segel gesetzt - Kurs Südwest

Dienstag, 17.06.2014

Auf zum größten See Schwedens.

Anker werfen wir in Sjötorp, einem winzigen Ort mit Marina am großen Värnsee. 

Direkt am Göta-Kanal. Nicht weit entfernt von Mariestad.

Stälplats för Husbilar Am Göta-Kanal Pause für Mensch und Mobil

Als wir festmachen, kommt gerade ein Schiff in die Schleusen-
anlage. Wir beobachten das Treiben eine Weile, klönen mit der
Schleusenwärterin und gönnen uns anschließend ein
Eis. In meinem nächsten Leben werde ich Eisverkäufer!

Oder Postbote. Aber auch nur in Schweden. Hier muss der Briefträger nicht
aus dem Fahrzeug steigen. Das Auto hat das Lenkrad rechts und alle Briefkästen
stehen direkt am Straßenrand, jeder schön nebeneinander aufgereiht. Wie die Hühner
auf der Stange stehen sie dort und warten auf Rechnungen und Werbungen.

Apropos Werbung: wer irgendwann mal hier her möchte, dem sei Gamla Linköping
ans Herz zu legen. Vorausgesetzt, man steht auf alte Bauten. Denn nichts
anderes heißt Gamla. Alt, im Sinne von historisch.
Irgendwann wollten die Stadtväter von Linköping die Stadt erneuern. Man hat
aber nicht einfach nur die alten Häuser abgerissen, sondern wieder an einer anderen
Stelle aufgebaut. Ein Freilandmuseum. In jedem dieser Häuser herrscht noch Leben.
Viele Künstler und kleinere Läden befinden sich dort. Cafes und Restaurants
bieten etwas gegen den kleinen und großen Hunger.

offen Der alte Parkplatz wunderschöne alte Gassen Markstände liebenswerte kleine Läden alte Häuser einfach schöne Ecken  In Gammla Linköping

Clever die alten Stadtväter von damals...und richtig schön!

 

 

 

"He only sees the track"

Montag, 16.06.2014

berichtet der Sprecher eines Werbefilms im Husqvarna Museum.


Unserem heutigen ersten Tagesziel. Wer gestern richtig geraten hat,
darf heute als Belohnung fünf Minuten länger aufbleiben.
Die Tage werden nämlich immer länger. Da lohnt es sich!
Auch hier ist es morgens schon so hell, dass ich morgens um Vier
am liebsten Brötchen holen möchte.


In Jönköping Wieder einmal Regen. Scheinbar verfolgt uns eine dicke, fette Regenwolke
und immer dann, wenn wir uns irgendwo niederlassen, regnet es.


Doch wie gesagt, Punkt Eins auf der Tagesordnungsliste ist Huskvarna mit dem
(fast) gleichnamigen Museum. Da macht uns Regen nur wenig aus.
Sven bleibt vor jedem Motorrad und jeder Kettensäge
erfürchtig stehen.


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[caption id="" align="alignnone" width="480" caption="Meine neue Nähmaschine"]image[/caption]

[caption id="" align="alignnone" width="640" caption="Hier fühl ich mich zuhause"]image[/caption]


Zwei Stockwerke voll mit der Geschichte um das Werk am Wasserfall mit dem Mühlen-
zeichen im Symbol. Jetzt verstehen wir auch diesen Hintergrund.


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Doch auch wir sehen nur die Strecke, daher geht es im Anschluss an Huskvarna weiter.


Weiter führt uns der Weg am Vänernsee nördlich hoch. Vorbei an Gränna, wo die
berühmten rot-weißen Zuckerstangen herkommen. Doch halten ist unmöglich, Lottchen
macht Mittagschlaf. Ein Stopp würde diesen nur unterbrechen.
Daher weiter - hinaus aus Smaland hinein nach Östergotland.


Nächster Halt wird Vadstena. Die heilige Birgitta hat dort irgendwann im Mittelalter
ein Kloster errichten lassen. Viele Jahre später wird am Ufer des Sees eine
Burg gebaut. Wie sagt Sven? Die Knäckeburg! Gustav Wasa lässt hier eine Verteidigungs
Anlage errichten.
Die Stadt hat ein ganz besonderes Flair. Klein und fein, alte Gassen, wenige mittelalterliche
Gebäude, Kopfsteinpflaster, nette kleine Läden. Schwedisch gemütlich.


Lille Lotta fängt schon an schwedisch zu reden. Bei jeder Gelegenheit die sich bietet,
sagt sie "hej, hej!" Noch ein paar Wochen und wir können sie einkaufen schicken!


Nach Mjölk Glass und Spielplatz geht es zurück ans Husbil. Das wir
auf dem idyllischen Stellplatz direkt am See, am Hafen abgestellt haben.
Mit Blick auf den Vänernsee und die immer noch hoch stehende Sonne, die langsam aber
sicher doch untergeht. Wenn auch nur kurz!


 


Am Vänernsee Zu irgendwas müssen die Reiseführer doch schließlich taugen... Die Zugbrücke geht hoch


 


 


Post Scriptum
Heute will es gar nicht richtig dunkel werden. Ich könnte eigentlich mein Buch draußen lesen und bräuchte kein Licht.
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Und jetzt ist es Elf!

Mit Lille-Ida auf der Schaukel

Sonntag, 15.06.2014

Heute bestimmt Mama noch einmal das Tagesprogramm. Und, selbstredend,
wenn man in Vimmerby einmal ist, heißt die Hauptperson Astrid Lindgren.

Besser gesagt, Lasse, Bosse, Ole, Anna, Britta, Lisa und Kerstin.

Denn nach einem Besuch im Elternhaus von dieser großartigen Schriftstellerin
und dem neu angelegten Garten, fahren wir direkt nach Bullerbü. Eigentlich
heißt der Ort Sevedstorp und in den drei kleinen Häusern mitten im Wald
wohnen echte Leute. Das hält aber die zahlreichen Gäste nicht davon ab, täglich
am Zaun zu stehen um sich den echten Drehort anzusehen.
Ein wahrer Pilgerort. Aber im Gegensatz zur Retortenwelt von gestern
ist das ein ruhiger beschaulicher Ort.

  Das Pfarrhaus in Näs Mit Idalotta auf der Schaukel Das Geburtshaus von Astrid Lindgren Hasen und Hühner im Garten Hauptsache Lotti kann spielen

Auch der nächste Punkt unserer Reise gilt noch einmal einem Helden einer ganzen
Generation von Kindern: Michel. Der Hof von Katthult liegt bei Rumskulla.
Ein Idyll, nicht weit von einem See. Hinter Weiden und Bäumen, führt der kleine
Kiesweg zum Hof von Michel. Der alte Holzzaun wird gerade erneuert.
Genau wie zu alten Zeiten werden geschälte Äste in den Boden geschlagen und Querbretter gesteckt.
Das Ganze wird gehalten von den Schalen der Äste, die getrocknet und dann wieder
in einem alten Faß, in dem Holzkohle glimmt, erwärmt und verflochten werden.

Wir öffnen das Holztor und stehen direkt davor. Vor den Stufen auf denen vor vielen
Jahren die Folgen von Michel aus Lönneberga gedreht wurden. Kaum zu glauben,
aber auch hier wohnen immer noch reale Menschen. Wie kann man hier nur wohnen,
wenn tagtäglich Menschen wie wir hier her pilgern?
Man muss sich wie im Zoo fühlen. Fehlt nur noch das Schild "Füttern verboten".

Lottchen bringt jeden zum schmunzeln, der ihr begegnet.
"lille Ida"? frägt so mancher und hat ein Lächeln im Gesicht. In ihrem roten Kleidchen
und der weißen Schürze wirkt sie wirklich wie ein Teil der Michel-Geschichte.

In Bullerbü Lille Ida sucht Michel Ob er sich bei den Kühen versteckt?

Nicht, dass jemand noch auf die Idee kommt, und sie an der Fahnenstange nach oben
zieht!

Der Weg zurück in die Gegenwart führt erst einmal quer durch Smalands Wälder.
Genau in solch einem Wald müssen Rumpelwichte leben. Sie verstecken sich zwischen den moosbewachsenen Felsklumpen und Birken und Kiefern.

In der Realität begegnen uns Schweden, die ihren sonntäglichen Ausritt machen:
in glänzendem Blech. Teils alte US-Oldtimer oder hochglanzpolierte Corvettes. Ein fragwürdiges
Hobby, wenn man bedenkt, dass auf den meisten Straßen Schwedens nur 90km/h gefahren werden darf.

Nach ca. 100km kommen wir am nächsten Ziel unserer Reise an: Jönköpping. Die Stadt der
Zündhölzer. Wir benötigen dringend Strom aber vorallem eine Waschmaschine. Beides bietet ein Campingplatz am Vätternsee. Nicht unser Ding. Aber wir nehmen es gelassen hin und stellen uns neben all die anderen Camper und Wohnmobile.

Die Wäsche wird gewaschen, der Strom wieder geladen und am nächsten Morgen
wollen wir weiter. Keine Nacht länger hier. Die Stadt liegt uns nicht. Auch der Platz
bietet nicht den Komfort, den er haben sollte, wenn er so viel kostet wie hier.

 

P.s.

Und wer die Google Maps Karte richtig gelesen hat, kommt sicher drauf, wohin wir morgen

fahren...kleiner Tipp am Rande: es macht Sven doppelt Spaß! Viel Spaß beim Raten!!!

 

Und über Vimmerby strahlt die Sonne

Samstag, 14.06.2014

Nur in Borgholm heute früh nicht. 

Schon die Nacht ist kalt, ungemütlich und stürmisch.
Das "Bomil", wie Lieselotte es nennt, gleicht einem
Boot auf dem Meer. Hin und her wird es geschaukelt.

Trotz allem, schlafen kann man gut - man fühlt sich wie
in Mutters Armen. Sanft gewogen. Hauptsache ist, man gewinnt
auch schlechtem Wetter etwas ab. In der Hoffnung, dass alles
besser wird.

Und das wird es. Schon auf der Fahrt nördlich von Borgholm fängt es an.
Wir wundern uns, plötzlich wird der Himmel immer blauer, die Temperatur
an der Anzeige geht hoch. So kommen wir doch noch auf die versprochenen
8 Sonnenstunden.

Ursprünglich Västervig auf dem Navi-Schirm, disponieren wir kurzerhand um
als auf dem Schild der E22 "Vimmerby" zu lesen ist. Ja, das können wir gebrauchen.
Heile Astrid Lindgren Welt. Auf zu Pippi Langstrumpf, Madita, Emil, Ronja
und all die anderen.

Nicht gerade billig, bezahlen wir knapp 900 Kronen, bekommen oben drein noch
einen Platz zum Schlafen und treten ein.
Es ist überbewältigend. Man weiß gar nicht wo man zuerst hinschauen soll,
Lille lille Stad oder Hof Katthult oder oder oder.
Lotta, eben erst vom Mittagschlaf erwacht, ist noch etwas skeptisch.
Auch ob der (sehr) vielen Menschen hier. Doch irgendwann ist ihre Neugier
geweckt. Ausgerechnet mitten im Wald - beim Klettern über einen alten Baumstamm
der am Wegrand liegt. "Wofür haben wir eigentlich Eintritt bezahlt", fragt Sven.

Vorbei an der Mattisburg, durch Ronjas Wald gelangt man irgendwann ins
Kirschblütental. Ich versuche Sven zu erklären, warum Niklas sich niemals
das Buch hat vorlesen lassen. Nach den ersten drei Seiten nämlich breche ich
gewöhnlich in Tränen aus. Während ich erzähle, wie Jonathan Löwenherz auf seinen
Bruder am Fluß warten will, kann ich nur schlecht verbergen, dass mir schon wieder
zum Heulen ist. "Na gut, dann lese ich es eben selbst!", meint Sven. Besser ist das.
Denn schon sind wir bei Lotta in der Krachmacherstraße. Tante Berg sollte dringend
mal aufräumen! (Kein Wunder, denn eine Horde Kinder tobt gerade in ihrem Wohnzimmer) Ob es bei Michel auch so unordentlich ist, wissen wir nicht, denn dort findet gerade
eine Aufführung statt, leider auf schwedisch und da wir dieser Sprache leider
nicht bis gar nicht mächtig sind, lassen wir das mal aus.

Aber gerade als wir an einem wunderschönen kleinen Teich ankommen, werden die kleinen
Gäste, die das Haus durchkämen gebeten, doch etwas Platz zu machen. Auch
bei Junibacken kommt gleich Leben ins Haus. Auf Junibacken (im deutschen Buch heißt es Birkenlund), werden Madita und Lisbeth auf einmal lebendig. Ist es nicht traumhaft? Ich fühle mich gleich wieder wie ein
Kind. Wir lauschen der (wunderschönen) Sprache ziehen es aber dann doch vor,
wieder die Wege durch Astrid Lindgrens Värld zu ziehen.

Ach es gibt so viel zu bestaunen. Bullberbü wird besucht.
Auch Saltkrokan. Tjorven und Bootsmann sind schon da. Pippi Langstrumpfs
Villa Villekulla wird bestaunt.
Und die Krachmacherstraße. Blomgrens Tankstelle. Lottas Fahrrad.
Hatte ich schon mal erwähnt, dass
es so schön ist hier? Ich erliege dem Charme und der Verkaufsstrategie eines cleveren Franchiseunternehmens und kaufe Lotta ein Ida Kleidchen mit
passender Schürze.

Sofort als wir am Husbil sind, muss sie es anziehen. Sie zieht es nicht eher wieder
aus, bis sie schlafen geht. Wir genießen die letzten Sonnentrahlen, bis die Sonne
wieder untergeht - über Vimmerby.

Lotta in der Krachmacherstraße Natürlich kann ich radfahren...im Geheimen! Auf zu Tante Berg! Im Kirschblütental Pippilotta Lille lille Stad Auf eine Tasse Kaffee in Bullerbü Bei Madita  Aber nicht kleckern, ja? mein kleiner Papa

 PS

Ich bekenne demütig, dass wir doch noch zu Ikea gefahren sind. Runter von Öland und rein zu Ikea. Lag so praktisch auf dem Weg. Und Hunger hatten wir auch! Seltsam ist nur, dass keiner der Schweden Samstag Früh Ikea belagern. Der Parkplatz und auch die Reihen im (ebenertigen) Ikea sind quasi gähnend leer. Was ist da los?`Ich möchte mir bei schlechtem Wetter Ikea in Ulm jetzt nicht vorstellen. Aber in Schweden ist das anders. Da sitzt man sicher noch gemütlich bei einer Tasse Kaffee am (Ikea)Eßtisch und geht anschließend Erdbeeren pflücken. Da sieht man sie nämlich. Die ganzen Autos! Diese Schweden :)

Auf nach Öland

Freitag, 13.06.2014

Während wir vorsichtig unsere Nasen in Ekenäs in die Morgensonne stecken,
zeigen unsere schwedischen Nachbarn Härte: sie gehen
schwimmen. Bei aller Liebe zu den Temperaturen hier (ich bin auch kein Liebhaber von Graden jenseits der 30°C) aber bei einer Lufttemperatur von 20° und einer gefühlten Wassertemperatur knapp oberhalb des Gefrierpunktes könnten mich keine zehn Elche ins Wasser bringen.
Bei dem Gedanke bekomme ich Gänsehaut. Aber die Schweden sind echt hart im Nehmen.
Selbst die Männer von der örtlichen Müllabfuhr kommen in Achselshirt und kurzen Hosen.
Morgens um halb Acht!
Wir sitzen bei den Booten, genießen noch die Ruhe und die Aussicht während ich an unserem Blog bastele.

Am Bootssteg von Ekenäs        Ein Idyll am Kalmarsund

Ich muss über Lotti schmunzeln. Sie fühlt sich richtig wohl hier.
Sie ist bestens gelaunt und stiefelt ihrem Papa hinterher,
der auf dem Weg ins Klubhaus ist und sich die Zähne putzen will.
Sie wirkt tatsächlich schon wie eine kleine
Schwedin. In ihren Roten Gummistiefeln, ihrem bunten Apfelpulli und den blonden Haaren.

Lotta aus der Eierbachgatan.

Auf unserer Fahrt zur Insel Öland, kommen wir in Kalmar am allerersten Ikea vorbei den
wir in Schweden entdecken. Öppen aller dagen! Alle Achtung. Aber wir verlassen die Schnellstraße ohne auch nur einmal nach Teelichtern und Co. zu sehen.
und biegen auf die große Brücke, die 6km lang über den Kalmarsund führt. Öland ist die Urlaubsinsel schlechthin. 
Für alle Schweden und viele andere Urlauber, zumeist Deutsche.
Doch der deutsche Urlauber bleibt gern unter sich. Bei manchen Versuchen ins Gespräch zu kommen, beißt Sven auf Granit. Der Arme, er fühlt sich vernachlässigt. Seine Frau schreibt, anstatt zu kochen, am Blog.

Am Horizont sieht man ein Gewitter näher kommen, als wir die alte Burg in Eketorp besichtigen.

Eine Rekonstruktion aus der Eisenzeit, die bis ins 12. Jahrhundert genutzt wurde, dann verlassen in den 60ern entdeckt und erst 1984 vom König als Museum eröffnet wurde. Noch sind die Türen des Museums geschlossen. Geöffnet wird offiziell am 23. Juni aber für Touren auf eigene Faust ist es offen. 

Burg bei Eketorp Burgplatzmitte Lotti will schlafen

Es ist für schwedische Verhältnisse auch ziemlich heiß und trocken. Warum also keine kleine Abkühlung.Solange es nachher wieder schön ist!


Wir machen Rast in Seby. Versprochen wird ein schöner Rastplatz direkt am Meer. Aber die Algen verursachen einer verwöhnten Nase doch etwas Geruchsbelästigung. Egal, Sven bekommt ein köstliches Mittagsmahl und Lotti ihren Mittagschlaf. Aber wo ist der Runenstein in Seby ,den größten auf Öland? Ich möchte ihn sucher. Aber - es regnet noch immer. Und bis zum nächsten Stellplatz sind es noch 47km. Was tun spricht Sven.


Wir fahren den ersten Stellplatz an, der im Buch "Mit dem Wohnmobil durch Südschweden" beschrieben ist.
Doch irgendwie gefällt uns die Lage zum nahen Betonwerk nicht. Auch wenn er im Buch in den höchsten Tönen gelobt wird.
So geht es uns auch mit den nächsten Plätzen die wir anfahren. Ein Campingplatz muss her.
Ein Geheimtipp entpuppt sich als so geheim, dass keiner ans Tor kommt und  uns die Schranke wegmacht, damit wir auf den Platz fahren können. Wieso bleibt ungeklärt. Dann besuchen wir einfach nur den Strand, der hinter der Pineta versteckt ist. Ein traumhafter Sandstrand. Klein, abgeschieden und ein Sand - allerfeinst. Lotta wagt sich sogar bis zu den Knien in das eiskalte Wasser. Sie freut sich wie nur Lotta sich freuen kann. Schade, dass wir nicht bleiben können.

Feiner Sandstrand bei Bräby Lottchen will baden

Denn noch immer muss ein Stellplatz her. Wir fahren weiter, vorbei an wunderschönen Windmühlen aus alten Tagen - nach Karehamn. Ein Küstenort am nördlichen Teil der Insel. Aber auch dort gefällt es uns nicht so. Es ist nicht die Lage, nur der Bauch der sagt,  lieber nicht. Aber das Essen im Restaurant des Fischhändlers ist super! Wir essen uns mit Fisch satt und fahren schluß endlich nach Borgholm, dort lassen wir uns für die Nacht nieder.

Nach dieser ereignisreichen Fahrt quer über die Insel, kann ich nur resümieren - ganz Öland ist Bullerbü und Katthult in einem. So viele schöne Häuser, genau wie man sie kennt oder man sie sich vorstellen mag. Als würde gleich aus irgendeinem Fenster Klein-Ida winken. 

Es ist traumhaft!

  Bockwindmühle

"We can't offer you anything but silence"

Donnerstag, 12.06.2014

Mit diesen Worten begrüßt uns der Hafenwart von Ekenäs, bei Kalmar. 
Ein wunderbarer Küstenort mit Sichtweite zur Insel Öland.
Zufällig schlägt uns das Navi diesen Stellplatz vor. Sven ist erst skeptisch,
als wir in die kleine Seitenstraße einbiegen.
Ich bin sofort begeistert. Ein kleines Dorf, wie aus Astrid Lindgrens Büchern
entsprungen. Schwedenrote Häuser, mit kleinen Veranden, umrangt von Rosenbüschen.
Kleine weiße Gartenzäune. Lotta hört sogar Tante Bergs Hund Scotti bellen!
Sogar ein moderner Michel der am Hafen seine Würmer an den Haken
nimmt um zu angeln. Hier will ich bleiben.

Hier möchte man gern einziehenTante Berg! Komm mal raus, Lotta ist da! Wohnt hier Lasse oder Bosse?
Es ist wunderbar warm, wunderbar still bis auf den Wind der durch die Tagelage der
Segelboote heult.
Und oben am Batclubhaus der alte Hafenwächter und seine Frau, die ihren
Nachmittagskaffee genießen.

Altes Kornlager von 1851 Steine werfen  am BadestegSchären vor Kalmar

Am Abend geht die Sonne erst sehr spät unter. Dann erwacht der kleine Platz plötzlich
zum Leben. Da kommt der alte Seebär an Bord seines Segelbootes, legen noch weitere Wohnmobile
an, spazieren die Bewohner des Ortes mit ihren Hunden am Strand vorbei.
Hatte ich erwähnt, dass Sven den Ort mittlerweile auch bezaubernd findet? Vollmond

 

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